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Cubanischer Rum: Havana Club bekommt neues Flaschendesign

Die cubanische Rummarke „Havana Club“ konnte ihre Verkäufe in Cuba im letzten Jahr um 17 Prozent steigern und präsentierte jüngst in Havanna ein neues Flaschendesign für die beliebte Marke „Añejo 7 Años“. Mit dem neuen Flaschenetikett will Havana Club die Marke international noch bekannter machen und weitere Kundenkreise erschließen.

Seit 1934 existiert Havana Club als eigenständige cubanische Rummarke, obwohl die erste Destilliere der Gründerfamilie Arechabala bereits 1878 in Cárdenas in Betrieb ging. 1972 begann der Export der Marke, damals vor allem an die Sowjetunion und andere RGW-Staaten. Ab 1977 wurde die Herstellung in eine neu errichtete Fabrik in Santa Cruz del Norte nordöstlich von Havanna verlagert. 1993 wurde schließlich ein Joint-Venture mit der französischen Firma Pernod Ricard ins Leben gerufen bei dem der kubanische Staat einen 50-prozentigen Anteil hält. Seitdem hat sich die Marke in Europa etablieren können und mehrere Preise gewonnen.

Schwierigkeiten bereitete dem Unternehmen dabei der anhaltende Rechtsstreit mit dem Getränkehersteller Bacardi, der in Folge der cubanischen Revolution 1959 enteignet wurde und heute seinen Sitz in den Bermudas hat. In den USA darf Bacardi seinen in Puerto Rico hergestellten Rum unter der Marke „Havana Club“ verkaufen, die Familie Arechabala hatte die Rechte an der Marke in den 1990er Jahren an Bacardi verkauft. Bisher wurden die cubanischen Initiativen zum Schutz der Marke Havana Club (der erste Antrag stammt von 1976) in den USA weitgehend ignoriert, der kommerzielle Import des cubanischen Originals ist aufgrund der US-Blockade weiterhin verboten.

Noch immer dauert daher der Rechtsstreit um die Nutzung der Marke an. Vergangenes Jahr hatte Pernod Ricard jedoch einen Sieg gegen Bacardi errungen als die US-Regierung dem französisch-cubanischen Gemeinschaftsunternehmen erstmals das Recht erteilte, eine Markenregistrierung in den USA vorzunehmen.

Vergangenes Jahr setzte Havana Club insgesamt 36 Millionen Liter Rum ab. Lediglich ein Viertel davon wanderte in Cuba über die Ladentheke, allerdings stiegen die inländischen Absätze um 17 Prozent im Vergleich zu 2014. Der Rest ging in den Export in mehr als 120 verschiedene Länder. 80 Prozent der Exporte entfallen auf Europa, wo Deutschland mit Abstand Hauptabnehmer ist. Die Umsätze des Joint-Ventures lagen 2015 bei etwa 9,7 Mio. US$. Ab Januar 2017 soll das neue Flaschendesign des 7-jährigen Rums in Deutschland erhältlich sein.

13/07/2016, Autor/Quelle: Cuba heute

 

Lust auf eine Rum-Verkostung in Havanna