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Kundenstimmen

N.N. (Radreise Havanna und der Westen Kubas)

Donnerstag, 20.10.2016

Abflug! Es geht los, mit gepackten Koffern zum Flughafen. Den Flug haben wir selber gebucht, da das Angebot direkt mit Edelweiss günstiger war als im Package mit dem Veranstalter (Flug wäre 680 Euro gewesen, haben wir gesehen, der Veranstalter kalkulierte aber 900+70 Zuschlag für die Reise ab Zürich, normal wäre Abflugort Frankfurt gewesen…). Zürich-Havanna direkt, etwa 10 Stunden. Wir fliegen mittags los, und kommen aufgrund der Zeitverschiebung noch am gleichen Abend, ca. 19:00 Ortszeit, in Havanna an. 1.5 Stunden haben wir sicher schon auf die Koffer gewartet, dann noch VISA Kontrolle und irgendwann finden wir dann draussen unseren Abholservice, den wir beim Veranstalter auch extra gebucht hatten. Offiziell ging die Tour ja erst freitags los, durch den eigens gebuchten Flug waren wir also einen Tag zu früh. Wir werden zu unserer Casa Particular gebracht, d.h. besser gesagt am nächstgelegenen Hotel rausgelassen, den Rest müssen wir laufen. Erster Eindruck: Havanna ist warm, aber dunkel! Strassenbeleuchtung gibt es kaum, so den Weg zu finden wird schwierig. Aber wir merken schon hier, die Menschen in Havanna sind freundlich und hilfsbereit. Angekommen bei der Casa dann die Überraschung; der Guide für die Fahrradtour war auch schon da und hatte sogar versucht, uns ebenfalls abzuholen. Muss wohl ein Missverständnis zwischen ihm und dem Veranstalter gewesen sein, denn wir haben den Transfer ja noch extra buchen und zahlen müssen. Wir bekommen unser Zimmer und sind ein wenig ernüchtert, schön ist anders. Immerhin hat es eine funktionierende Klimaanlage. Das Zimmer und das dazugehörende Bad waren nicht sauber, vor allem die Toilette wurde länger nicht gereinigt. Im Regal lag noch eine Unterhose von den Vormietern. Die Dusche hatte kaum Wasser, und warmes schon gar nicht. Der reguläre Preis pro Nacht wäre 25 CUC gewesen, wir mussten, da wir über den Veranstalter gebucht haben, jedoch tatsächlich das Doppelte zahlen! Preis-Leistung hat hier für uns, aufgrund der fehlenden Sauberkeit, der schlechten Lage (weit ausserhalb von Havanna, nahe Universität) und dem kleinen Frühstück nicht gestimmt. 

Freitag, 21.10.2016

Nach dem kleinen Frühstück begleitet uns der Guide zur Bank. Geldwechseln, was ein Abendteuer. 1.5 Stunden warten wir in der Schlange, bis wir dran sind. Dann machen wir uns zu zweit auf, die Stadt zu erkunden. Da wir wirklich sehr weit ausserhalb wohnen, laufen wir sicher 40 Minuten ins Zentrum. Zurück fahren wir später mit dem obligatorischen Oldtimer Taxi. 

Samstag, 22.10.2016

Heute ist der erste offizielle Tag unserer Kuba Radtour. Für heute ist laut Ausschreibung eine Stadtbesichtigung angesetzt. Die dafür vorgesehene Dame erscheint nicht, daher übernimmt unser Guide Nestor die Führung. Wieder laufen wir 40 Minuten in die Stadt, auf dem Weg gibt es wieder zahlreiche Ruinen. Wir besuchen das Revolutionsmuseum, sehen die Kirche und gehen nochmals zu den Hemingway Bars. Gegen Mittag muss er sich bereits verabschieden, um noch die Satteltaschen für die Tour zu organisieren. Beim Frühstück hatten wir gebeten, die Räder schon heute sehen zu dürfen und Probe zu fahren. Dies wurde verneint und sei nicht nötig, alles sei in Ordnung und sei kontrolliert. Wir haben also weiter auf eigene Faust geschaut und sind dann abends gemeinsam zum Essen gegangen. 

Sonntag, 23.10.2016

Es geht los! Wir werden mit einem alten Pickup abgeholt, die Räder sind aufgeladen und wir fahren ein Stück aus der Stadt heraus, um dem Verkehr zu entgehen. Als die Räder abgeladen werden, zeigt sich direkt, dass eins der Räder zu klein ist, und das, obwohl wir bei der Buchung die Körpergrösse angegeben haben. Es wird telefoniert, aber es gäbe kein anderes Rad. Das sei jetzt halt so. Die Vorfreude auf die Tour ist getrübt, dennoch fahren wir schliesslich los. Beim Fahren zeigt sich dann, dass die Gangschaltungen nicht gut gepflegt sind, was jedoch durch eine bessere Wartung und Vorbereitung ohne weiteres behoben hätte sein können. Statt den üblichen Weg zu fahren, entscheidet sich der Guide, die Autobahn schneller zu verlassen. Leider ist die Strasse, die er „gefunden“ hat, in einem sehr schlechten Zustand. Es gibt so viele Schlaglöcher, dass sich die Gepäcktaschen bereits lösen. Wir wären sehr viel lieber auf der Autobahn geblieben. Nach 60 km kommen wir in Las Terrazas an. Die Besitzerin der Casa ist nicht anwesend, wieder ist die Lage weit ausserhalb vom eigentlichen Ort. Es gibt kein Essen, nach der Dusche steigen wir also wieder auf die Räder und fahren die 5km ohne den Guide in die Ortschaft, um sie zu besichtigen und uns zu versorgen. Es wäre schön gewesen, wenn der Guide etwas über die Ortschaft erzählt hätte. Positiv war, dass die Zimmer sauber und recht neu renoviert waren. 

Montag, 24.10.2016

Das Frühstück war wieder einmal knapp, es gab Saft, Ei und altes Brot, dazu ein wenig Käse und Wurst, die aber niemand essen mochte. Weiter geht es, 25km nach Soroa. Hier macht sich die schlechte Gangschaltung extrem bemerkbar denn es sind viele Höhenmeter zu bewältigen. Doch zum Glück ist die Strecke kurz. Wir kommen in einem staatlichen Hotel an, das mit dem grossen Pool recht einladend wirkt. Das zu kleine Fahrrad macht den Genuss der Tour jedoch unmöglich, wir entscheiden uns zum Anruf in Deutschland bei Profil Reisen. Entgegengesetzt der Aussage vom Guide konnte innerhalb des gleichen Tages noch ein grösseres Fahrrad organisiert werden. Den Nachmittag verbrachten wir beim Wasserfall und am Pool. Zu Abend haben wir in einem anderen Casa gegessen, was sich aber als sehr schlechte Wahl entpuppte. Ausser dem Guide mochte niemand das Fleisch essen. 

Dienstag, 25.10.2016

Mit dem passenderen Rad fährt es sich viel besser, wir fahren nach San Diego de los Banos. Die 62km gehen gut, nur auf unseren Guide müssen wir in regelmässigen Abständen warten. Für die Pause halten wir an einem Kiosk an, wo er sich stärken kann. Wir sind froh um unsere Energieriegel. In San Diego de los Banos übernachten wir wieder in einem staatlichen Hotel, das vom Standard und der Sauberkeit her jedoch weit hinter Soroa abfällt. Der Ort selber ist öde, es gibt nichts zu sehen oder zu tun. Nachdem unser Guide heute eine Panne hatte, erkundigen wir uns nach Luftpumpen und Ersatzschläuchen für die Räder. Es stellt sich heraus, dass es für das neu gelieferte Rad weder eine passende Pumpe noch einen Schlauch gibt. Es passiere schon nichts, meint der Guide. Es gibt eine hitzige Diskussion und schliesslich sieht er ein, dass es Sinn macht, hier zu reagieren. Irgendwie treibt er im Verlauf des Tages beides auf. 

Mittwoch, 26.10.2016

Heute geht es nach einem sehr schlichten Frühstück (das Brot würden wir nicht mal den Enten geben) weiter nach Vinales. Dort sollen wir auch den zweiten Guide treffen, der quasi als „Praktikant“ von Nestor lernen soll. Wir sind gespannt. Zunächst müssen wir jedoch durch einen „Park“ fahren, wo wir 5 CUC Maut zahlen müssen. Wir wollen wirklich lediglich passieren und interessieren uns nicht für die Pflanzen. Es gibt jedoch laut Guide keinen Alternativweg. Die Strecke ist sehr hügelig und anstrengend zu fahren, daher sind wir froh über die Pause bei einem Maler, der sich sozial für die Umgebung einsetzt und uns von seinem Projekt erzählt. Im Anschluss besuchen wir noch die Höhle des Ché, jedoch wieder ohne unseren Guide. Wir können uns einer anderen Fahrradgruppe anschliessen, deren Guides die Erklärungen lieferten und einen super Job machten. Sonst hätten wir einen Führer extra zahlen müssen. Auch hier verstehen wir nicht, wieso unser Guide sich nicht mehr engagierte. Wir fuhren weiter nach Vinales, hielten noch kurz bei einem Bauern für einen Mangosaft und Bananen an. Das konnten wir sehr gut gebrauchen, denn die restliche Strecke erwies sich wieder als sehr schwierig. Die Strasse war in einem extrem schlechten Zustand. Man musste stets den Löchern ausweichen. Wie sich später herausstellte, ist der Guide erneut von der üblichen Route abgewichen, denn laut Karte hätten wir durch La Palma fahren sollen. Vermutlich wäre die Strasse dort deutlich besser gewesen. Auch für ein anderes Fahrrad hätten wir uns sehr Scheiben für das Lenkrad gewünscht, um die Höhe angenehmer einstellen zu können. Gerade auf der Buckelpiste war die geringe Lenkerhöhe sehr schmerzhaft. Endlich erreichen wir Vinales. Wir werden aufgeteilt, da nicht alle in der gleichen Casa schlafen können. Hier haben wir viel Glück, denn unser Casa ist sehr sauber, die Gastgeberin sehr freundlich und zuvorkommend. Hier fühlen wir uns wohl und buchen gleich für den nächsten Tag einen Reitausflug, denn hier bleiben wir 2 Nächte. Wir treffen auch noch den Praktikant, der sich für die Reittour ebenfalls entscheidet. 

Donnerstag, 27.10.2016

Der Reitausflug ist lustig und spannend, die 25 CUC sind gut investiert. Wir sehen Tabakbauern und eine Caféplantage. Vinales hat auch gute Bars und Restaurants, sodass wir uns sehr wohl fühlen. 

Freitag, 28.10.2016

Wir fahren weiter nach La Guabina, einer Pferderanch bei Pinar de Rio. Es sind nur 41km und auf dem Weg halten wir noch bei einer Tabakfabrik. Da wir doch in Vinales bereits alles über Tabak gelernt haben, interessieren wir uns wenig. In La Guabina sind wir sehr ernüchtert, denn dort gibt es wirklich nichts zu tun oder zu sehen. Wir sind froh um unser Domino Spiel. Leider sollen wir hier ganze 2 Nächste übernachten, das gefällt uns gar nicht. Wir bitten den Guide, zu versuchen, ob er nicht die Route ändern könne: Das wir am nächsten Tag bereits weiterfahren und dann früher nach Maria la Gorda kommen, wo man wenigstens Zeit am Strand verbringen könnte. Er telefoniert ein wenig, nachdem er sich noch eine Telefonkarte von einer Angestellten des Hotels gekauft hat. Auch unvorstellbar, mit einem Guide durch Kuba zu fahren, der noch nicht mal im Notfall telefonieren kann. Natürlich scheitert das Vorhaben, es sei alles ausgebucht. Wir müssen bleiben. 

Samstag, 29.10.2016

Wir bestellen ein Taxi und fahren nach Pinar de Rio, um uns den Ort anzuschauen und um den Tag herum zu bekommen. 

Sonntag, 30.10.2016

Es geht weiter, wir sind sehr froh, den Ort zu verlassen. Heute gibt es eine sehr lange Etappe, 90km stehen auf dem Programm. Dazu soll die Strasse am Ende nochmal sehr schlecht werden. Wir sind gespannt. Die Landschaft ist schön, es gilt viele Anstiege zu bewältigen. Zu unserer grossen Freude ist die Strasse am Ende gerade neu, und somit kommen wir gut voran. In Sandino schlafen wir in einer kleinen Casa, das Zimmer ist sauber aber sehr heiss. Der Ort ist trostlos. Das Abendessen ebenfalls. Hier war sicher nichts ausgebucht, wir hätten mit Sicherheit eine Nacht früher hier aufschlagen können. 

Montag, 31.10.2016

Wir fahren weiter, endlich geht es zum Strand. 66km nach Maria la Gorda, vor allem die letzten 15km ziehen sich sehr hin, immer am Meer entlang. Auf dem Weg halten wir für eine Toilettenpause am Eingang des Nationalparks; Der Guide bleibt draussen und verpasst somit die freundlichen Erklärungen des Parkhüters zum Park und dessen Geschichte. Wieder nicht das, was man erwarten würde. In Maria la Gorda übernachten wir in dem einzigen Hotel. Das Zimmer ist schön und gross, das Essen eine Katastrophe. In staatlichen Hotels scheint es noch viel weniger zu geben als in einer Casa. Doch der Strand ist wunderschön. Zu unserer Überraschung ist die Anlage keines Falls ausgebucht. Was also war konkret der Grund, weshalb wir den Reiseverlauf nicht anpassen konnten? Das bleibt uns bis heute unverständlich. 

Dienstag, 01.11.2016

Wir fahren weiter, es ist unsere letzte Radetappe. Es geht nach Cabo San Antonio, dem westlichsten Punkt. 73km immer am Meer entlang. Zum Glück haben wir Rückenwind. Highlight ist der Leguan, den wir unterwegs entdecken. Wir sind froh, am Ziel zu sein, wollen den Strand geniessen. Doch zu unserem Schock ist der Strand zwar menschenleer, aber dafür von Sandflöhen und Mücken befallen. Beim Abendessen schmunzelt der Guide nur, das sei ja klar – das sei immer so, ab 16 Uhr müsse man den Strand meiden. Wir sind völlig zerstochen. Wieso kann der Guide einem solch eine essentielle Information nicht geben? Das Hotel ist eine kleine staatliche Anlage. Das Zimmer gross und sauber. Das Abendessen besteht wie so oft aus Reis, Gurkensalat und schlechtem Fleisch. Und hier bleiben wir 2 Nächte! Da wäre Maria la Gorda noch spannender gewesen. 

Mittwoch, 02.11.2016

Wir schlafen aus, mein Bauch spielt verrückt – ich muss mir den Magen verdorben haben. Wir sind am schönen Strand, solange die Mücken nicht kommen. Später fahren wir noch zu zweit die letzten Kilometer bis zum Ende der Halbinsel.  

Donnerstag, 03.11.2016

Wir werden mit einem alten VW Bus abgeholt, die Räder kommen auf einen Anhänger. Der Fahrer ist in der Nacht die ganze Strecke von Havanna hergefahren und soll uns nun nach einem kurzen Imbiss bereits wieder zurück fahren. Es gibt keine Klimaanlage, und vor allem auch keine Anschnallgurte. Mit einem mulmigen Gefühl fahren wir los. Die Angaben zur Fahrzeit liegen bei 4.5 Stunden, im Endeffekt brauchen wir 7.5 Stunden, da wir noch bei dem Fahrradbesitzer halten und die Räder abgeben. Dabei haben wir doch Hunger! Wir werden wieder zu  dem Casa gebracht, in dem wir schon die ersten Nächte geschlafen haben. Die Freude ist getrübt, und schliesslich muss die 3. Reisende noch das Casa wechseln,  da es überbucht ist. Wir essen zu Abend und gehen noch auf einen Abschiedsdrink mit ihr in die Stadt, denn am nächsten Morgen freuen wir uns auf unseren Bus, der uns nach Varadero bringt. 

Freitag, 04.11.2016

Um neun Uhr ist endlich Abfahrt und am Mittag kommen wir in Varadero im Iberostarl Alameda an. Endlich Urlaub J Hier bleiben wir bis Montagmittag. Dann geht es zurück mit dem Taxi nach Havanna zum Flughafen. 

Kurzfazit zum Veranstalter Profil Reisen: 

Preis Leistung stimmt nicht. Auswahl der Casa v.a. in Havanna nicht nachvollziehbar, würden wir nie wieder wählen. Guide ist kein Guide wie man sich das für seine Reise wünscht, sein Job ist nicht nur uns von A nach B zu bringen. Keine Tipps zu Restaurants, kein Engagement bei Problemen, keine Erklärungen