Wanderungen
„Ökotourismus“ in Kuba
Obgleich der größte Teil der Landoberfläche Cubas von Kulturlandschaften geprägt ist, haben sich doch in vielen Provinzen natürliche Landschaften erhalten, die trotz Besiedelung weitgehend naturbelassen sind: Vom Biosphärenreservat Guanahacabibes ganz im Westen bis zum Alexander-von-Humboldt-Nationalpark 1200 km weiter östlich gibt es zahlreiche Schutzgebiete mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Viele dieser Gebiete werden erst seit wenigen Jahren systematisch für den Tourismus erschlossen.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich in Cuba viele Menschen nicht vorstellen können, dass Urlauber vor allem aus den Industrieländern freiwillig in ihrer Freizeit durch die Natur wandern, Radfahren oder sich anderweitig sportlich betätigen und dafür auch noch bereit sind Geld auszugeben. Für die meisten Cubaner/innen und überhaupt Lateinamerikaner/innen sind derlei Tätigkeiten eher der Ausdruck von Mangel an wirtschaftlichen Möglichkeiten, sich das Leben bequemer zu gestalten. Das erklärt zum Teil, warum diesem „gesunden“ und „nachhaltigen“ Tourismus in Cuba bislang so wenig Beachtung geschenkt wurde.
Die sukzessive Freigabe vieler geschützter Gebiete für Wanderungen, Tierbeobachtung, Fotosafaris und dergleichen hat den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Was noch in den Kinderschuhen steckt, ist die Vermarktung im Ausland und die Schaffung einer leistungsfähigen Infrastruktur vor Ort. Hier wird – wie in vielen anderen Bereichen – noch häufig improvisiert. Aber gerade das macht im Moment noch den Flair solcher Programme aus. Das Abenteuer ist nicht gespielt, sondern authentisch. Wanderungen und Bootsfahrten im Humboldt-Nationalpark zum Beispiel sind noch weit davon entfernt zum Massenspektakel zu werden. Die betreffenden Gebiete sind noch kaum vom Tourismus beeinflußt. Keine großen Reisegruppen in großen Omnibussen begegnen Ihnen hier, sondern in der Regel Minigruppen und Ausflüge mit sehr flexiblem Programm und familiärer Atmosphäre.